Auszug aus dem Tagebuch von Yvonne Block vom 27. Februar bis zum 3. April 1941
27. Februar
Ich komme gerade aus dem Kino zurück. Ich habe „Sieg im Westen“ gesehen. Es mag vielleicht etwas übertrieben sein, so schwere Worte zu verwenden, aber ich habe wirklich gelitten. Ich habe diesen Krieg Schritt für Schritt noch einmal durchlebt, wie eine Hoffnung nach der anderen schwand.
Ich hätte schreien und heulen können, so schmerzhaft war es für mich.
5. März
Mein Gott: Ich flehe euch an, lasst das alles ein Ende nehmen.
Die Truppen a. sind nach Bulgarien zurückgekehrt, um Griechenland anzugreifen.
13. März
Jum ist seit dem 5. Februar verheiratet. Und ist nach Algerien gezogen.
14. März
Rolph verbrachte einen Nachmittag bei der Gestapo: ihm wird vorgeworfen, vor dem Krieg für Frankreich spioniert zu haben.
25. März
Guys Mutter wird am Dienstag abgeschoben.
6. April
Seit heute Morgen befindet sich die a. im Krieg gegen Jugoslawien. Die Truppen der a. sind in Serbien, Bulgarien, Kroatien und über Bulgarien in Griechenland einmarschiert.
Wohin gehen wir?
Morgen Zwangsrede in der Aubette. Über den Anschluss Österreichs an die a.
Sieg Heil auf der Terrasse des Palais Rohan.
10. April
Abendmahl im Temple Neuf.
Seit heute Morgen gilt ein Tanzverbot. Wir waren im Kino und haben uns „Falschmünzer“ angesehen.