Zarah Leander (1907-1981)
Die Schauspielerin Zarah Leander ist ein Symbol für die Marketingstrategie, die die Nazis in den 1930er Jahren verfolgten. Tatsächlich suchten sie nach Schauspielerinnen, die es mit den Hollywood-Stars aufnehmen konnten, wie beispielsweise Marlene Dietrich oder die Schwedin Greta Garbo. Genau wie Letztere wurde auch Zarah Leander 1907 in 1907 in Schweden. Sie begann ihre künstlerische Karriere Ende der 1920er Jahre, zunächst am Theater in Musikrevuen, dann im Kino.
Parallel dazu unterzeichnete sie 1930 einen Plattenvertrag und nahm mehrere Dutzend Schallplatten auf, die ebenso viele kommerzielle Erfolge waren. Anfang der 1930er Jahre wuchs ihr Bekanntheitsgrad in Europa. Ihre tiefe Stimme, ihr selbstbewusstes „Vamp“-Auftreten und ihr schauspielerisches Talent führten schnell dazu, dass die Presse und die Showbranche sie mit ihrer Landsfrau Greta Garbo verglichen. 1936, nach einem vielbeachteten Auftritt in Österreich in der Operette „Axel an der Himmelstür“, unterzeichnete Zarah Leander einen Vertrag mit der U.F.A., dem großen deutschen Filmstudio.
Dieser besonders vorteilhafte Vertrag sicherte ihr ein hohes Einkommen sowie Mitspracherecht bei der Auswahl ihrer Rollen und der Drehbücher. Zwischen 1937 und 1943, dem Jahr ihrer Rückkehr in ihre Heimat nach der Bombardierung ihres Hauses in Berlin und finanziellen Unstimmigkeiten mit ihrem Studio, drehte sie ein Dutzend Erfolgsfilme, darunter den größten Erfolg der deutschen Filmgeschichte, „Die große Liebe“ (1942, Rolf Hansen), der 27 Millionen Zuschauer verzeichnen konnte.
Nach dem Krieg nahm Zarah Leander ihre Karriere schrittweise wieder auf und erlangte im deutschsprachigen Raum erneut Popularität, trotz der anhaltenden Verbindung ihres Images mit dem Nazikino. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie zudem zu einer wichtigen Ikone der LGBT+-Kultur.
Zarah Leander starb 1981 im Alter von 74 Jahren an einer Hirnblutung.
Foto 28 : Archives cinématographiques de l’est – Zarah Leander auf dem Titelblatt der Zeitschrift Illustrierte Film-Kurier Nr. 2750 zum Film La Habanera (1937).
Foto 29 : Niederländisches Nationalarchiv – Zarah Leander im Film Zu neuen Ufern (1937).
Foto 30 : Niederländisches Nationalarchiv – Zarah Leander und Willy Birgel in Blaufuchs (1938, Viktor Tourjansky).