1870 : DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHE KRIEG UND DIE ABTRETUNG VON ELSASS UND MOSELLE AN DAS DEUTSCHE REICH

DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHE KRIEG UND DIE ABTRETUNG VON ELSASS UND MOSELLE AN DAS DEUTSCHE REICH

  • STARTSEITE
  • 1870 : DER DEUTSCH-FRANZÖSISCHE KRIEG UND DIE ABTRETUNG VON ELSASS UND MOSELLE AN DAS DEUTSCHE REICH

1870

Am 19. Juli 1870 erklärte Napoleon III. Preußen den Krieg. Sehr schnell wurden die französischen Armeen besiegt: Im Elsass bei Wissembourg und Frœschwiller, später auch in Straßburg, und im Moselle-Departement  bei Gravelotte, Mars la Tour, Saint-Privat…

Der Feldmarschall Bazaine ließ sich in Metz einkesseln und zwang Mac Mahon dazu, eine verhängnisvolle Truppenbewegung zu veranlassen, die zur Schlacht von Sedan führte. 

Am 2. September 1870 nach der Niederlage von Sedan wurde das französische Kaiserreich gestürzt. Einige Festungen haben wohlgemerkt tapferen Widerstand geleistet: Thionville, Bitche, Phalsbourg, Neuf-Brisach, Belfort.

Die Einführung der Republik hinderte Frankreich nicht daran, die Waffen am 28. Januar 1871 niederzulegen. Das Deutsche Kaiserreich wurde in Versailles am 26. Februar ausgerufen und die Unterzeichnung des Friedens von Frankfurt am 10. Mai ging mit territorialen Abtretungen einher: das Elsass ohne Belfort, aber um das obere Bruche-Tal, zu Deutsch Breuschtal erweitert (Mit den größeren Ortschaften Schirmeck – Saâles), und das Moselle-Departement (ohne Briey, aber mit Sarrebourg und Château-Salins) wurden dem Deutschen Reich abgetreten.

Das war die erste Annexion, die in dem Fall legal war, weil sie  in Bordeaux von der französischen Nationalversammlung trotz der vehementen Proteste der elsässischen und mosellanischen Abgeordneten bewilligt wurde.

Im Juni 1871 wurden die zwei elsässischen Departements und das Departement Moselle in dem Reichsland Elsass-Lothringen zusammengeschlossen. Etwa 160.000 Menschen, die noch im Elsass oder in Moselle wohnten, machten das im Frankfurter Frieden vorgesehene Optionsrecht geltend und  entschieden sich für die französische Staatsangehörigkeit. Rund 50.000 Personen verließen das Heimatland. Nachdem die gesetzliche Auswanderungsfrist abgelaufen war, versuchten viele junge Leute, die Flucht nach Westen zu ergreifen, um dem ab 1872 Pflicht gewordenen Wehrdienst in der deutschen Armee entkommen zu können. Deutsche Beamte bzw. Soldaten machten sich im Reichsland Elsass-Lothringen ansässig.

Das Elsass und Moselle werden sich in ihrem neuen Rahmen, dem wilhelminischen bzw. Bismarck’schen Reich, entwickeln, das in diesen neuen Territorien stark investierte. Im  Elsass und im mosellanischen Lothringen setzte ab den 1890er Jahren eine  Phase der Befriedung ein. Der wirtschaftliche Wohlstand, das neu eingeleitete fortschrittliche Sozialrecht und die Verfassung von 1911 trugen hauptsächlich dazu bei.